Bericht: Transkriptionen: Alter Zopf?

Einige persönliche Gedanken: Unter Transkription verstehe ich nicht nur das Übersetzen eines klassischen Werkes für 2 Hände und Füsse. Dazu gehört doch der gesamte Fundus an Musik. Auch würde die Originalliteratur für manche Instrumente doch sehr beschränkt ausfallen, wenn nur Originalkompositionen gespielt würden.

Es kann aber auch umgekehrt geschehen: Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ wurden für Klavier komponiert und von Ravel für Orchester umgeschrieben. Ist doch ein meisterhaftes Werk? Klingt übrigens auch auf der grossen Orgel einfach gigantisch. Das Instrument Orgel ist ja geradezu prädestiniert für alles, was Odem hat. Höre ich doch lieber ein berühmtes Thema, als irgendeine neuzeitliche Originalkomposition von Clustern, schrägen Tönen und arhytmischen Bewegungen.

Zum zweiten kommt es auch noch darauf an, welchem Zweck die Transkription dienen soll. Für ein konzertantes Vorspiel müsste da sicher viel Zeit investiert werden. Vieles gibt es ja bereits für Orgel – nach dem Motto: wer suchet, der findet. Ideal als Thema wäre an dieser Stelle: wie aus einem einfachen Lead-Sheet eine fantasievolle, farbenfrohe Bearbeitung für Orgel entsteht. Ich habe gespürt, dass hier ein grosses Defizit herrscht und man sich dann wohl lieber hinter dem Deckmantel „ist ja keine Orgelmusik“, beziehungsweise „passt nicht auf meine Orgel“ oder noch schlimmer „meine Orgel kann das nicht“ versteckt und das Thema somit abgeschlossen hat. 

Der Kirchenmusiktag war für mich fabelhaft. Ich habe wieder einige Kollegen und Kolleginnen getroffen und einige kennen gelernt. Fachsimpeln über dies und das und sich bestätigen, oder auch mal über die eine oder andere Meinung nachgrübeln zu können, waren doch eine wunderschöne Abwechslung.