Bericht: Automatisch autodidaktisch

Was bei vielen Schweizer Organisten nicht ganz automatisch läuft, ist das Improvisieren. Benjamin Guélat gibt unter treffendem Titel eine Anleitung, wie man selbst das Strickmuster für ein Bicinium im Stile Sweelinck oder Scheidts finden kann:

Man nehme eine Choralmelodie, vorzugsweise sehr alt, lege diese in langen, gleichen Notenwerten in die Oberstimme, mache ein korrektes Bassgerüst dazu und finde die Diminutionsformeln in der Literatur. Guélat hat diese schön säuberlich geordnet auf einem praktischen Skript von einer A4 Doppelseite geliefert, ein, zwei Improvisationsstunden mit diesem Lehrer würde sich für manche lohnen. Ein spontanes „Opfer“, wie er es nannte, liess sich an dem Nachmittag leider nicht finden, so wurde das Bicinium zu „In dich hab ich gehoffet, Herr“ vom Meister selbst ausgeführt.

Bericht: Jugend-Orgelforum Stade

Frau Annegret Schönbeck stellt uns in ihrem Referat verschiedene Methoden und Strategien vor, die Orgel an junge Menschen heranzubringen. In Stade werden Führungen, Familienkonzerte und Orgeltage für Kinder von 6-12 Jahren organisiert, bei denen die Kinder über Orgel-Funktionsmodelle und über spannende Geschichten an die Orgel herangeführt werden. In diesen Orgeltagen dürfen die Kinder so richtig anpacken, ausprobieren, basteln, malen. Die Bilder zeigen sehr schön, wie es Frau Schönbeck gelingt, die Kinder für die Orgel zu begeistern – ganz sicher eine sehr wertvolle Sache.

Das Jugend-Orgelforum richtet sich an junge OrganistInnen von 11-18 Jahren – Jugendliche aus verschiedenen Ländern treffen sich zu mehrtägigen Orgelkursen in Stade. Sie bekommen die Möglichkeit, Orgelstunden bei namhaften Orgelpädagogen und auf den schönsten Instrumenten in und um Stade zu besuchen, und sie lernen sich gegenseitig auch über das gemeinsame Chorsingen in der Freizeit kennen. Frau Schönbeck stellt ein paar dieser Jungstudenten mit Bild und kurzen Tonbeispielen vor. Die Freude und die Begeisterung stehen den Kindern ins Gesicht geschrieben.
Die genannten Angebote werden von der überregional vernetzten „Orgelakademie Stade“ organisiert, die als „Verein zur Förderung der Orgelkultur  im Elbe-Weser-Raum e. V.“ seit 2002 existiert und bei der Frau Schönbeck seit 2006 hauptamtlich tätig ist. Da wird sehr wertvolle und nachhaltige Erziehungsarbeit geleistet, die in ähnlicher Form sicher auch ausserhalb des Orgelparadieses Stade denkbar wäre. Frau Schönbeck ist es auf jeden Fall gelungen, uns KiMuTägler für das Thema Jugendförderung zu sensibilisieren…

http://orgelakademie.de/

Video (youtube.com)

Kurse 2013

Meine Erfahrungen als musikalischer Pseudoprophet

Nik Bärtsch, Musiker

Als live performender Musiker und als zeitgenössischer Komponist ertappe ich mich wiederholt in der Rolle des Propheten:
Erst das heilige Feuer im Aufführenden eines Konzertes und die lauschende Gemeinde – neudeutsch: community – lassen Resonanz im gesellschaftlichen Sinne entstehen.
Der Musiker kommt dabei ständig in einen Rollenkonflikt zwischen ekstatischem Showman und asketischem Mönch, der reines Medium der Musik sein sollte.
Er soll im „Hier und Jetzt“ sein und gleichzeitig kalkulierender Dramaturg.
Diese komisch kosmische Rolle in der Gemeinschaft birgt also Potential für kreative Selbstüberlistung und seriöse Ironie.

„Frischer Wind – Jugend-Orgelforum Stade“

Annegret Schönbeck, Kantorin

Im Jahr 2006 begründete Annegret Schönbeck an der Orgelakademie Stade das Projekt „Alte Orgeln für junge Menschen“. In der Orgellandschaft zwischen Elbe und Weser mit ihren berühmten Instrumenten u.a. von Arp Schnitger werden seitdem Kinder und Jugendliche mit Orgeln ihrer Heimat und der gesamten Landschaft vertraut gemacht. Das Spektrum reicht von Orgelführungen für Kinder- und Jugendgruppen über Exkursionen und Konzerte für Schulen und Familien, Kinder-Orgeltage bis hin zum jährlich stattfindenden Stader Jugend-Orgelforum, das 12- bis 18-Jährigen die Möglichkeit der intensiven Beschäftigung mit den prächtigen historischen Instrumenten Stades und der Umgebung bietet. Ca. 20-30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und vielen weiteren Ländern kommen jeweils für eine Woche zusammen. Morgen- und Abendandachten, von den Jugendlichen gestaltet, Unterricht bei renommierten Dozenten, Übzeiten und ein Abschlusskonzert aller Teilnehmer bilden den musikalischen Rahmen. Darüber hinaus wird gemeinsam gesungen, Freundschaften entstehen, Selbstbewusstsein und Motivation werden nachhaltig gestärkt.

Sich als jugendliche/r Organist/in nicht mehr in der eigenen Gemeinde und vor Gleichaltrigen verstecken zu müssen, schafft neue Perspektiven.

www.orgelakademie.de
www.jugendorgelforum.de

 

…sich in einen unwiderstehlich strömenden Klangsog steigern…

Michael Pelzel, Komponist und Organist im Gespräch mit Michael Eidenbenz

… um nur bruchstückhaft einiges auszuformulieren, was mich ganz persönlich beim Komponieren gefangen nimmt und beschäftigt: Zurzeit stehen verschiedene Formen des Musiktheaters besonders im Zentrum meines Interesses. In diesem Zusammenhang bin ich auf Umwegen auf den Schweizer Schriftsteller Hermann Burger (1942-1989) gestoßen, der in seinem Œuvre immer wieder versucht hat, Momente oder Figuren aus kanonisierten „Meister“-Werken herauszulösen und neu zu platzieren. Man könnte sich des neudeutschen Wortes „recyceln“ bedienen, um den Reintegrations- und Neukontextualisierungsvorgang bei Burger zu beschreiben. Zudem werden diese zitathaften Figuren oder „allusiven“ Situationen oft auch mit banalen Alltagsereignissen oder Texten der Boulevardpresse kombiniert. In diesem Spannungsfeld wird durch das Anstreben von quasi-globalen Materialkontrasten auf der inhaltlichen Ebene ein interessantes dramaturgisches und zuweilen sogar formales Beziehungsgeflecht produziert.

www.michaelpelzel.ch/

Ort der Besinnung – sakrale Architektur

Pascale Guignard, Architektin Guignard & Saner

www.guignardsaner.ch/

Stich, Satz, Sieg – Bach-Neuedition

Jean-Claude Zehnder, Organist und Musikwissenschaftler

Notation und Spielweise haben viel miteinander zu tun. Bei der erneuten Durchsicht der Quellen zu Bachs Orgelwerken (Breitkopf-Ausgabe 8804) sind mir manche Details aufgefallen, die in älteren Editionen nicht zu finden sind und die uns helfen, zu einem klangvollen Orgelspiel zu gelangen. Natürlich gibt’s daneben auch ein paar „trockene“ Fakten über die fleissigen Schreiber der Handschriften, die Bachs Werke für die späteren Jahrhunderte tradiert haben (im genannten Band ist nicht eine einzige Note von Bachs eigener Notenschrift erhalten).

Musicstar oder Gefangenenchor? Kirchenmusik in der Kirche der Zukunft

Michel Müller-Zwygart, Pfarrer und Kirchenratspräsident

Automatisch autodidaktisch

Ein Bicinium improvisieren nach Sweelinck

Benjamin Guélat, Organist

In diesem Workshop wird gezeigt, wie man ein zweistimmiges Stück über einem Cantus Firmus improvisieren kann. Diese relativ einfache Aufgabe setzt keine besondere Kenntnisse voraus und ist auch für Anfänger in Stil-Improvisation geeignet. Was auf den ersten Blick wie eine trockene, abstrakte Übung aussehen mag, erweist sich als ein fantasie- und lustvolles musikalisches Spiel, das die individuelle Erfindungskraft des Improvisierenden fördert. Dabei sollen Sweelinck und andere Meister der Frühbarockzeit den Weg zeigen.

Ein Liechtblick in der Kinderliederlandschaft

Manuela Roth, Chorleiterin

Kinder im Primarschulalter finden im Singheft „Liechtblick 1“ neue Lieder, die von der Ökumenischen Kommission für Kinder- und Jugendchorarbeit sorgfältig ausgewählt wurden. Über dreissig Persönlichkeiten haben für den „Liechtblick“ komponiert und Texte beigesteuert.

Nach dem Erfolg des ersten Liederheftes entschloss sich die Kommission einen „Liechtblick 2“ nach dem gleichen Konzept als Ergänzung zum ersten Singheft herauszugeben. Welche Hürden sind zu bewältigen, welche Entscheidungen zu treffen und wie finanziert sich ein solches Projekt? Ein Kurzüberblick soll den langen Weg von der Idee bis hin zum Druck aufzeigen. Das Kennenlernen von „Liechtblick 2“ soll aber auch ganz praktisch erfolgen und gemeinsam singend einen Einblick ermöglichen.

Praxis sucht Theorie – Wie entstand unser Tonsystem?

Kelly Landerkin, Sängerin und Musikwissenschaftlerin

Cantars – das Kirchenklangfest – ein Grossprojekt

Sandra Rupp Fischer, Projektleiterin und Musikschaffende

 

Referenten 2013

Nik Bärtsch

Geboren 1971 in Zürich. Pianist, Komponist und Produzent. Lebt in Zürich. Unterricht in Jazz-Klavier und Schlagzeug ab dem 8. Lebensjahr. 1997 klassisches Klavierdiplom an der Musikhochschule Zurich. 1998-2001 Studium der Philosophie, Linguistik und Musikwissenschaft an der Uni Zürich. 2003/04 halbjähriger Japanaufenthalt.

Arbeitet als Pianist und Komponist stets an seiner RITUAL GROOVE MUSIC. Leader des Zenfunk-Quartetts RONIN (seit 2001; mit Kaspar Rast, Thomy Jordi (bis 2011 Björn Meyer) und Sha. 2002-2012 dazu mit Andi Pupato) und von MOBILE (seit 1997; mit Kaspar Rast, Mats Eser & Sha). Lehrauftrag für ‚Praktische Ästhetik‘ an der Musikhochschule ZH/Winterthur (2000-2003). Mitbegründer des Musikclubs EXIL (2009). Gründer des Labels Ronin Rhythm Records, einer Platform für kreative Groovemusik (seit 2006). Interesse am Einfluss und der Kombination von Musik und Bewegung, speziell von folgenden Körpertechniken: Aikido, Feldenkrais, Gyrotonic. www.nikbaertsch.com


Annegret Schönbeck

Annegret Schönbeck (Stade) studierte Kirchenmusik in Frankfurt/Main, Orgel und Gesang an der Schola Cantorum in Basel sowie Historische Aufführungspraxis in Frankfurt/M. Sie nahm an Meisterkursen u. a. bei Emma Kirkby, Peter Kooij und dem Hilliard-Ensemble teil.

Als Kantorin war sie von 1991-2003 in Frankfurt/M. und seit 2004 an der Huß/Schnitger Orgel der Kirche St. Cosmae in Stade tätig.  Seit 2006 leitet sie als künstlerische Mitarbeiterin der Orgelakademie Stade das von ihr entwickelte Projekt „Alte Orgeln für junge Menschen“. Seit 2012 ist sie zudem für das EU-Projekt „Orgel und Kulturtourismus in der Region Unterelbe“ zuständig.

Konzerte, Rundfunk- und CD-Produktionen gestaltete sie u.a. mit dem Johann-Rosenmüller-Ensemble und „La Stagione Frankfurt“.

Michael Pelzel

Michael Pelzel wurde 1978 in Rapperswil (Schweiz) geboren. Nach der Matura an der Kantonsschule Wattwil folgte von 1998 bis 2009 eine Berufsausbildung an den Musikhochschulen von Luzern, Basel, Stuttgart, Berlin und Karlsruhe. Er studierte unter anderem Klavier bei Ivan Klánsky, Orgel bei Martin Sander, Ludger Lohmann und Guy Bovet und Komposition bei Dieter Ammann, Detlev Müller-Siemens, Georg-Friedrich Haas, Hanspeter Kyburz und Wolfgang Rihm sowie Musiktheorie bei Roland Moser und Balz Trümpy. Michael Pelzel ist als freischaffender Komponist und Organist sowie als Organist der reformierten Kirchgemeinde Stäfa am Zürichsee tätig. Er unterrichtet zudem sporadisch an Musikhochschulen als Vertreter im Bereich Musiktheorie und hielt Workshops für Komposition an den südafrikanischen Universitäten in Johannesburg (University of the Witwatersrand), Stellenbosch-, Potchefstroom- und Pretoria.

Er besuchte verschiedene Kompositionsmeisterkurse unter anderem bei Tristan Murail, Beat Furrer, Michaël Jarrell, Klaus Huber, Brian Ferneyhough, György Kurtàg und Helmut Lachenmann. Überdies besuchte er die Sommerferienkurse von Darmstadt 2004-2010, Acanthes, Metz und Royaumont, Paris und war Mitglied der Akademie Musiktheater heute, Frankfurt am Main.

Als Organist war Pelzel unter anderem zu Gast in der Swiss Church, London und in den Kathedralen von San Francisco, Los Angeles, Sydney und Cape Town sowie dem Orgelfestival von Magadino. Seine Kompositionen werden beispielsweise interpretiert von Klangkörpern wie: dem Collegium Novum Zürich, Zürich; ensemble zora, Aarau; ENSEMBLE PHOENIX, Basel; ensemble alea III, Boston; ensemble recherche, Freiburg im Breisgau; ensemble mosaik, Berlin; klangforum wien; quatuor diotima, Paris; Arditti Quartet, London; ensemble intercontemporain, Paris; Team Chor, Jona;SWR Vokalensemble; Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks; Basler Symphonieorchester. Seine Werke erklingen an Festivals wie Ensemblia, Mönchengladbach; Mouvements, Saarbrücken; musica viva, München; Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik; Donaueschinger Musiktage; IGNM-Basel; IGNM Bern; Wien Modern; Klangspuren, Schwaz Tirol; Archipel, Genève; Tremplin, Paris; Lucerne Festival; Tel Aviv Museum, Tel Aviv; Art on Main, Johannesburg. Es entstanden diverse Radio- und Fernsehaufnahmen und Produktionen. Er erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen.

Manuela Roth

Während ihrer Ausbildung zur Primarlehrerin absolvierte Manuela Roth bereits erste Chorleitungskurse des Christlichen Sängerbundes Schweiz (CSS). Ihr Bachelor- und Masterstudium in Chorleitung/ Kirchenmusik schloss sie im Jahre 2011 an der Zürcher Hochschule der Künste bei Prof. Beat Schäfer mit Auszeichnung ab.

2008 übernahm sie die musikalische Leitung des Vokalensembles „Vivace“ mit welchem sie ein breites stilistisches Repertoire pflegt und den musikalischen Horizont stetig erweitert. Seit 2010 ist sie zudem Vizedirigentin des Berner Bach-Chores.

Manuela Roth arbeitet häufig bei Kinder- und Jugendchorprojekten mit. Z.B. musikalische Leitung im Kinder- und Jugendsinglager des Schweizerischen Kirchengesangsbundes (SKGB), Choreinstudierung bei „Winterthur schreibt eine Oper“, und verschiedene Musicalaufführungen .

Als Korrepetitorin begleitet sie regelmässig Chöre als Pianistin/ Organistin im In- und Ausland.

Benjamin Guélat

Der Organist Benjamin Guélat ist 1978 im Kanton Jura geboren. Er studierte Orgel bei den Professoren Guy Bovet, Rudolf Lutz und Martin Sander in Basel, wo er die Lehr-, Konzert- und Solistendiplome sowie ein Master für Improvisation erhielt. Der Hans-Balmer-Preis, der das beste Orgeldiplom auszeichnet, wurde ihm zweimal verliehen.

Benjamin Guélat ist Hauptorganist der katholischen Kirche Maria Krönung in Zürich, Assistent von Prof. R. Lutz (Improvisation und Generalbass) an der Musik-Akademie Basel und Orgellehrer am Lycée Cantonal de Porrentruy. Als Solist oder Begleiter tritt er in der Schweiz und im Ausland regelmässig auf.

Kelly Landerkin

landerkinDie Sopranistin Kelly Landerkin erlangte 1992 ihr Bachelors Degree in Musik Theorie an der University of Hawaii. In der Folge machte sie ihren Masters Degree in Frühgesang und Aufführungspraxis an der Indiana University bei Paul Elliott und Thomas Binkley, bei welchen sie auch als Assistentin und Ensembleleiterin arbeitete. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden zwei CD’s, „Dufay’s Missa Ecce ancilla domini“ und „Beyond Plainsong“.

1995 kam sie als Fulbright-Stipendiatin in die Schweiz, wo sie sich an der Schola Cantorum Basiliensis und der Universität Basel in Gesang und Musikwissenschaft weiterbildete. Neben der mehrjährigen Ausbildung in den Gesangsklassen bei Evelyn Tubb, Kathleen Dineen und Dominique Vellard arbeitete sie intensiv in den Ensemblekursen bei Anthony Rooley und Crawford Young.

Als Ensemblesängerin mit Gruppen wie Vokalensemble Zürich, Les Flamboyants, Peregrina, Musicanti Erranti und Musicke & Mirth sowie als Solistin konzertiert sie vor allem mit Musik vom Mittelalter bis Barock und Zeitgenössischen Werken in Nord Amerika und Europa. Ihre 1998 beim Label Raumklang erschienene CD-Einspielung mit Gesängen von Hildegard von Bingen und Birgitta von Schweden mit dem Ensemble Les Flamboyants wurde von den Fachzeitschriften „Fonoforum“ und „Diapason“ begeistert besprochen.

Pascale Guignard

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Michel Müller-Zwygart

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Jean-Claude Zehnder

zehnder

Jean-Claude Zehnder studierte am Konservatorium seiner Heimatstadt, an der Universität Zürich sowie an der Musikakademie Wien bei Anton Heiller und in Amsterdam bei Gustav Leonhardt. Seit 1966 war er Organist und Chorleiter an der Evangelischen Stadtkirche in Frauenfeld und unterrichtete Orgel und Cembalo am Konservatorium Winterthur. Von 1972 bis 2006 leitete er die Orgelklasse an der Schola Cantorum Basiliensis. Er ist Organist am Instrument Johann Andreas Silbermanns im Dom zu Arlesheim.

Zehnder veröffentlichte zahlreiche Tonaufnahmen. (Z.B. Bachs Orgelbüchlein und die Achtzehn Choräle / Hildebrandt-Orgel in Naumburg / J.S.Bach an Schnitgers Jacobi-Orgel in Hamburg / J.S.Bach an der Ahrend-Orgel in San Simpliciano Mailand.)

Zudem trat er mit wissenschaftlichen Publikationen insbesondere zum Frühwerk Johann Sebastian Bachs hervor. Hierfür wurde ihm 2002 die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Dortmund verliehen.[1][2] Neben seiner regen Konzerttätigkeit wirkt Jean-Claude Zehnder europaweit als Dozent an Orgelkursen und als Juror bei Orgelwettbewerben.